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Wallfahrt auf die Wies
| 04-05-2009 Wunder wirken Wunder. Weil eine Holzfigur des gegeißelten Christus Tränen weinte und dies eine Bäuerin sah, entstand 1754 ein Juwel des bayrischen Rokoko: die Wieskirche. Heute ist die Kirche „Zum gegeißelten Heiland“ Weltkulturerbe. An jedem 1. Mai wird das Wallfahrtsjahr festlich eröffnet. ![]() Wohl kaum eine andere populäre Kirche in Deutschland wirkt so eng mit der Natur und dem Leben verbunden wie die Wieskirche in Steingaden. © Tourismusverband Pfaffenwinkel Frommer geht’s nimmer: Im Pfaffenwinkel liegen wohl die meisten Kirchen Bayerns Und sie ist die schönste von allen: die Wieskirche bei Steingaden. Inmitten einer kleinen Wiesenanhöhe, von Weitem gut sichtbar, liegt der weiße Wunderbau: Atemberaubend ist die Innenausstattung, beeindruckend der theologische Hintergrund in Baukunst gegossen. Leid, Buße und Erlösung, die klassischen Motive einer Wallfahrt, zu Stein und Bild geworden in einem lichtdurchfluteten Gotteshaus. Die Herrlichkeit der Vollendung in Christus, so stellten sich die berühmten Gebrüder Zimmermann, Dominikus und Johann Baptist, der eine Baumeister, der andere Maler-Stuckateur, wohl das Himmelreich vor. Sie beide beauftragte der Abt von Steingaden namens Hyazinth Gassner mit dem Bau der Wallfahrtskirche, die geradezu genial Langhaus und Kuppelraum architektonisch verschmelzen lässt wie sie auch in Weiß, Gold und vielen Farben festlich strahlt. Mitten im Herzen Bayerns steht ein Kirchenbau, der seit 1983 Unesco-Welterbestätte ist und anschließend bis 1991 für heute umgerechnet mehr als fünf Millionen Euro restauriert wurde. Weltweit sind heute über 800 Stätten in über 130 Ländern auf der Unesco-Liste des Welterbes verzeichnet. Dazu gehören der Tempel von Abu Simbel, die Ruinen der griechischen Olympia, die Galapagos Inseln, die gesamte Altstadt von Bern genauso wie die Klosterinsel Reichenau. In Deutschland sind aktuell über 30 Welterbestätten zertifiziert. Eine davon ist die Kirche „Zum gegeißelten Heiland auf der Wies“, die heute mit unzähligen Wallfahrten Ausdruck großer Volksfrömmigkeit ist. Die Landschaft zwischen Lech, Ammer und Loisach, dem südlichen Ammersee und dem südlichen Ende des Starnberger Sees bis zu den Ammergauer Bergen zählt zu den schönsten Regionen hier. Wegen der vielen Klöster und Wallfahrtskirchen nannte der Volksmund sie „Pfaffenwinkel“. Denn Pfaffe ist die alte bayrische Bezeichnung für Pfarrer. Wohl nirgends sonst ist in Deutschland die Dichte der Klöster vergleichbar. Zahlreiche ausgezeichnete Konzerte gehören zu dem festlichen Sommer in der WiesAuch wenn die Kirche bis heute vor allem Wallfahrtskirche geblieben ist und sein soll, sind die Konzerte im Rahmen der verschiedenen Musikreihen wie der „Festliche Sommer auf der Wies“ einen Besuch wert. Zu den Abendkonzerten ab Mai gehören ein Marienkonzert (9. Mai) wie ein Festkonzert zum Schutzengelfest (5. September), zu den Sommerkonzerte wird Händel und Haydn gegeben (26. Juli), im Rahmen der Musik im Pfaffenwinkel Mozart Krönungsmesse (21. Juni) sowie Haydns Te Deum (5. Juli). Teilweise erklingt hierbei auch die Wiesorgel. Deren Prospekt, ebenfalls geschaffen von Dominikus Zimmermann, schließt im Westen des Kirchenbaus das Oval des Raumes. Farblich auf Weiß und Gold beschränkt, unterstreicht die Orgel die Festlichkeit des Eindrucks. Mittlerweile verfügt das Instrument über drei Manuale und beeindruckt durch seinen frischen wie majestätischen Klang. Den geistlichen Mittelpunkt des Jahres bilden die großen Hauptfeste der Wies Traditionell wird an 1. Mai die Eröffnung des Wallfahrtsjahres festlich begangen, am 13. und 14. Juni schließen sich die Feierlichkeiten zum Fest der Tränen Christi an, die dem Gedenken an das Tränenwunder und der Entstehung der Wallfahrt dienen. Dem Schutzengelfest am ersten Sonntag im September zum Gedächtnis der Kirchweihe folgt das Fest der „Bruderschaft zum Gegeißelten Heiland“ auf der Wies am zweiten Sonntag im Oktober. Für ein paar schöne Tage: Der Pfaffenwinkel bietet mannigfache MöglichkeitenDie Region zwischen Lech und Loisach hat viele Seiten. Die reizvolle hügelige Landschaft vor dem Panorama der bayrischen Alpen ist ein ideales Wander- und Radelgebiet. Wanderwege wie der „König-Ludwig-Weg“ und der „Prälatenweg“ sowie die „Radroute Romantische Straße“ führen direkt an der Wieskirche vorbei. Golfplätze, moorhaltige Badeseen, viele Hallen- und Freibäder und schöne Landgasthäuser machen die Region zum Urlaubsparadies. Maria Lori hieß die Bäuerin, die im Jahr 1738 des Heilands Tränen sah. Weil die Figur recht unansehnlich war, nahm die Wißbäuerin sich ihrer an und trug sie nach Hause. Hier ereignete sich am 14. Juni desselben Jahres das Tränenwunder. Bis heute kommen Millionen Pilger aus aller Welt in eine der schönsten Kirchen der Christenheit um Buße zu tun. Der Pfaffenwinkel hat Maria Lori viel zu verdanken. Einen wundervollen Wallfahrtsort, der einer schlichten Holzfigur prächtige Heimstatt gab. ![]() Nützliche HinweiseDie Wallfahrtskirche zum „Gegeißelten Heiland“ auf der Wies in Steingaden: Die Wieskirche ist Weltkulturerbe der Unesco: www.unesco.de/295 Kunst und Kultur, Wandern und Radeln, Natur und Familie rund um den Pfaffenwinkel: |


