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Willkommen im Haydn-Jahr 2009!

12-01-2009

Als der österreichische Komponist Joseph Haydn dem Tode näher war als dem Leben, ließ sein großer Bewunderer – Frankreichs Kaiser Napoleon – zwei Ehrenwachen vor dem Haus des Musikgenies postieren. 200 Jahre später feiert das österreichische Burgenland seinen berühmten Sohn.

Das Genie hatte einen mächtigen Bewunderer
Als Napoleon Bonaparte die Nachrichten über den sterbenden Komponisten erreichen, ruht für einen Moment die Kriegsmaschinerie: Der Kaiser postiert eine Ehrenwache vor dem Haus des todkranken Joseph Haydn (1732 – 1809).
 
Frankreich verneigt sich mitten im Krieg vor dem wohl größten, berühmtesten und bedeutendsten Komponisten seiner Epoche. Doch hat die Geste auch einen praktischen Wert: Der Feldherr steht 1809 vor Wien und belagert die Stadt mit seinen Truppen. Haydns letzte Worte gelten, so ist es überliefert, darum seiner Dienerschaft, um sie vor dem nahenden französischen Schussfeuer zu beruhigen.

Schloss Esterhazy
© HAYDN-JAHR 2009

Schloss Esterhazy in Eisenstadt: Haydns Heimat für 30 Jahre
Selten ist ein einziger Ort für einen Komponisten von solcher Bedeutung gewesen, wie die burgenländische Hauptstadt Eisenstadt für Joseph Haydn.
 
Im Schloss der Familie Esterhazy, einer der reichsten Fürstendynastien der alten Donaumonarchie, wurden große Teile seines Werkes uraufgeführt. Hier wirkte der Komponist ab 1861 als Vizekapellmeister und später als Kapellmeister.
 
Wenn Haydn im Jahr 2009 umfassend geehrt wird, kommt dem Schloss abermals eine zentrale Rolle zu: Nicht nur als Ort vieler Konzerte, sondern auch als Zentrum der Haydn-Welt.
 
In Eisenstadt finden seit 20 Jahren die Haydn-Festspiele statt; das Konzertprogramm im Haydn-Jahr 2009 verspricht, eine große dramaturgische Komposition zu werden.

Der österreichische Komponist Joseph Haydn
© HAYDN-JAHR 2009

 
Prominente Musiker der Gegenwart ehren das große Vorbild
Einen der Höhepunkte des Haydn-Jahrs übernimmt Nikolaus Harnoncourt, der zu Haydns Geburtstag am 31. März mit seinem „Concentus Musicus“ vier Symphonien aufführt: Die Werke symbolisieren die frühe, mittlere und späte Schaffensphase und spannen einen Bogen über Haydns Gesamtwerk. Damit eröffnen sie zudem das Projekt „100&7 Symphonien“, bei dem übers Jahr verteilt alle Haydn-Symphonien zur Aufführung kommen.
 
Am Todestag Haydns, dem 31. Mai, gedenkt ihm die Österreich-Ungarische Haydn Philharmonie unter dem Dirigat von Adam Fischer mit Haydns „Schöpfung“. Solisten: Annette Dasch und Thomas Quasthoff.
 
Nachfolgend spielen Meister der Musik beginnend mit Christophe Rousset über Adam Fischer, Sir Colin Davis und Jordi Savall zu Haydns Ehren. Mit Spitzenorchestern aus aller Welt, darunter das Freiburger Barockorchester, die Academy of Ancient Music, das English Chamber Orchestra, The English Concert, Il Giardino Armonico und die Österreichisch-Ungarische Haydn Philharmonie. Mit hochqualitativen Interpretationen aller Haydn-Messen sowie seiner Symphonien.

Das Haydnhaus in Eisenstadt
© HAYDN-JAHR 2009

Kirchenmusik an Originalschauplätzen
Zudem werden im Haydn Jahr 2009 alle zwölf vollendeten Haydn-Messen an Originalschauplätzen mit originalen Haydn-Orgeln aufgeführt, zwei davon zum diesjährigen Osterfest.
 
Die konzertanten Aufführungen erfolgen im Rahmen der Gottesdienste bei freiem Eintritt. Einer 100-jährigen Tradition folgend werden am Karfreitag Haydns „Sieben Worte des Erlösers am Kreuze“ als Streichquartett gegeben: In der Bergkirche in Eisenstadt als Teil eines Sakral-Programms mit der opulenten Aufführung von Haydns Oratorium „Stabat Mater“ als Höhepunkt.
 
Ob Staatsbesuch oder Länderspiel: Haydn ist immer dabei
In Deutschland spielt eine der Melodien Haydns bis heute eine tragende Rolle. Als Auftragsarbeit der kaiserlichen Hofverwaltung erschuf Joseph Haydn die österreichische Kaiserhymne „Gott erhalte Franz, den Kaiser“. Durch den Text des Dichters Hoffman von Fallersleben wurde es „Das Lied der Deutschen“ und später zur deutschen Nationalhymne.
 
Ein Leben wie ein Roman – vom armen Chorsänger zum „Superstar“
Der Bekanntheitsgrad eines Wolfgang Amadeus Mozart oder eines Ludwig van Beethoven mag größer sein, darum sind sie im Konzert der großen Klassiker aber nicht bedeutender als Haydn.
 
Im Gegenteil: Joseph Haydn war Mozart ein väterlicher Freund und Beethoven ein Lehrmeister. Sein Leben kannte private wie berufliche Turbulenzen: Der Sohn eines Stellmachers wurde zum Wiener Sängerknaben, fand seinen Weg an den Fürstenhof derer von Esterhazy, erlebte dort Triumphe wie größte Erfolge, aber auch Neid, Missgunst, Intrigen, eine Vernunftehe und ein unglückliches Liebesverhältnis. Eigentlich Stoff für unzählige Romanvorlagen. Ungleich bedeutender ist das über 1.200 Werke zählende Schaffen Joseph Haydns, der Meister der Wiener Klassik.

Praktische Hinweise

Veranstaltungen im Haydn Jahr 2009
 
Haydns Heimat für 30 Jahre
 
Alles zum Gedenken an Haydn
 
Veranstaltungen in Deutschland...
 
...Sonderkonzert in Dresden zum 200. Todestag von Joseph Haydn
 
...Bläserserenade zum Gedenken Joseph Haydns

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