Yamaha FZ1 Fazer: eine vielseitige Maschine
Von Th. Groussin
Ganz dem Fazer-Konzept treu bleibend orientiert sich die neue 1000 ccm-Version eng am Supersportler Yamaha R1. Dennoch ist der halbverkleidete Sporttourer komfortabel und handlich genug, um auch im Alltag oder auf größeren Reisen zu überzeugen.
Die neue Fazer 1000 ist zwar nicht ganz so bequem wie die Vorgängerversion,
legt jedoch ein ausgezeichnetes Fahrverhalten an den Tag.
Eine betont sportliche Auslegung

Die neue Yamaha FZ1 Fazer, die Fahrwerk und Motor fast vollständig von der R1 Jahrgang 2004 übernimmt, besitzt alle Attribute einer modernen Sportmaschine. Ihr sorgfältiges Styling ist allerdings deutlich aggressiver als das ihrer Vorgängerin, mit einer imposanten, goldfarbenen Upside-Down-Gabel, einem schönen Aluminium-Guss-Rahmen (Eloxal-Blau auf Silber) und einem markanten Auspuffstummel. Wie immer bei Yamaha kann man sich über die Sorgfalt freuen, die jedem kleinsten Detail zugedacht wurde.
Wie bei einer solchen Ausrüstung zu erwarten, übertrifft die neue Fazer auch im Fahrverhalten deutlich ihre Vorgängerin. Sie findet praktisch instinktiv in die optimale Straßenlage und bietet einen perfekten Kompromiss zwischen Stabilität und Agilität. Beim Fahren auf der Landstraße ist sie insgesamt gesehen sogar effizienter als die R1; da letztere dem Fahrer sehr viel mehr Können abverlangt.
Der hohe Lenker sorgt für eine natürliche, nicht ermüdende und gleichzeitig fahraktive Sitzposition, die sich besonders in der Stadt als sehr angenehm erweist. Das Handling der auch in dichtem Verkehr relativ gut zu dirigierenden Fazer 1000 wird allenfalls durch den 190 mm breiten Hinterreifen erschwert, der bei niedriger Geschwindigkeit einen gewissen Kraftaufwand zum Drehen des Lenkers erforderlich macht.
Die Bremsanlage, ebenfalls von der R1 übernommen, verzichtet gänzlich auf Bremsassistenzsysteme (ABS gibt es nicht einmal als Option). Allerdings kommt man angesichts der Qualität des Bremssystems, das sehr progressiv ausgelegt ist und ein gutes Feedback bietet, problemlos auch ohne solche Hilfen zurecht.
Hervorragende Allroundeigenschaften

Zugegeben, die Vorgängerin der Fazer 1000 war auf langen Strecken komfortabler, was jedoch nicht bedeutet, dass das neue Modell fürchterlich unbequem ist.
Der Sattel mag zwar etwas hart sein und hochgewachsene Fahrer müssen die Knie schon recht stark knicken, aber dafür wird die Federung auch mit größeren Stößen fertig und korrigiert kleine Unebenheiten durchaus zufrieden stellend.
Dank der Einstellmöglichkeiten lässt sich das Federungssystem außerdem ganz den Präferenzen des Fahrers anpassen. Der Schutz, den die Verkleidung bietet, ist identisch mir dem des Vorgängermodells.
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| | Komfort Weniger gut eignet sich die neue Fazer 1000 für eine Spritztour zu zweit. Der Sozius muss sich mit einem recht schmalen Sattel und mit sehr hoch sitzenden Fußrasten zufrieden geben. Kurz: Verglichen mit einem Supersportler bietet die Fazer 1000 einen erfreulichen Komfort, allerdings ohne in diesem Bereich einer echten GT-Maschine das Wasser reichen zu können. Auf dem Segment der Sporttourer kann sich die Fazer 1000 in Sachen Fahrkomfort insbesondere gegenüber einer Honda VFR 800 durchaus sehen lassen. | |
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R1-erprobter Vierzylinder-Motor

Der Motor der Fazer 1000 stammt in direkter Linie vom Supersportler R1 ab. Dieser extrem leistungsstarke Motor (fünf Ventile pro Zylinder, Exup-Walze im Auspuffsammler .) wurde nur in gewissen Details leicht überarbeitet, um im unteren und mittleren Drehzahlbereich mehr Drehmoment zur Verfügung zu stellen (Nockenwelle, Verdichtung, Ventilhub .). Eine elektronische Einspritzung ersetzt die Vergaser der Vorgängerversion und ermöglich die Einhaltung der Abgasnorm Euro 3.
Der geschmeidige und sehr elastische Vierzylinder-Motor erweist sich schon im unteren Drehzahlbereich als sehr angenehm. Bei Ortsdurchfahrten mit 50 km/h ist es möglich, im 6. Gang zu bleiben und das Getriebe, das ansonsten sehr leicht und präzise schaltet, für einen Moment zu vergessen. Nur das deutliche Rucken beim Gas geben schmälert den grundsätzlich positiven Eindruck. Grund dafür ist vermutlich die Einspritzung, an der der Hersteller noch etwas arbeiten sollte.
Die Leistungsentfaltung erfolgt sehr linear, zumindest bei der von uns gestesteten französischen Version des Modells, deren Leistung auf 106 PS begrenzt wurde -was angesichts der heutigen repressiven Verkehrspolitik bei weitem ausreichend ist. Bei der europäischen Version, die satte 150 PS leistet, könnte das schon etwas anders aussehen.
Ein interessanter Ansatz
Während sich die Einsatzmöglichkeiten moderner Supersportler mehr und mehr auf die Rennstrecken beschränken, hat es Yamaha verstanden, die Vitalität solcher Maschinen mit den Erfordernissen der Alltagstauglichkeit zu verbinden. Entstanden ist dabei ein Motorrad, das im Rahmen der geltenden Geschwindigkeitsbeschränkungen jede Menge Fahrspaß bietet. Kein Zweifel: Die neue Fazer 1000 ist heute einer der gelungensten und abgerundetsten Sporttourer auf dem Markt.
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| | Technische Daten Motor: flüssigkeitsgekühlter 998 ccm 4-Zylinder-4-Takt-DOHC-Motor, 20 Ventile Gemischaufbereitung: elektronische Einspritzung Nennleistung: 150 PS bei 11.000 U/min (Frankreich: 106 PS bei 10.000 U/min) Maximales Drehmoment: 10,8 mkg bei 8000 U/min Getriebe: 6-Gang Sekundärantrieb: Kette Rahmen: Aluminium-Guss-Rahmen Federung: vorn: einstellbare Upside-Down-Gabel Æ 43 mm; hinten: einstellbares Zentralfederbein Bremse: vorn: 2 Scheiben 320 mm, Vierkolbensattel; hinten: Scheibe 245 mm, Zweikolbensattel Reifen vorn: 120/70 ZR 17; hinten: 190/50 x 17 Tankinhalt: 18 Liter Sitzhöhe: 800 mm Trockengewicht: 204 kg Praktisches: Farben: Rot, Blau und Silber Garantie: 2 Jahre Preis: 10.595 ¤ Lieferbar: sofort Herstellungsland: Japan Abgasnorm: Euro 3 Durchschnittsverbrauch: 7 l/100 km Durchschnittliche Reichweite: 200 km vor Reserve | |
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Fotografien: © Yamaha