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UNTERWEGS
 

Ein Auto, das aufs Wort gehorcht

15/06/02
Von L. Meillaud

Nach Handy und Computer erobert sich nun auch die Spracherkennung ihren Platz im Auto und ermöglicht die Steuerung der verschiedenen Bordfunktionen ohne die Hände vom Lenkrad und die Augen von der Straße zu nehmen.




„Stell' das Radio auf 101.2”. „Nächste CD”... Wenn Sie einen Autofahrer so mit seinem Fahrzeug reden hören, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sein Wagen mit einem System zur Spracherkennung ausgerüstet ist - ein System, dass heute bei den Automobilherstellern Schule macht. Citroën machte wahrscheinlich den Anfang, mit seinem Auto PC, einem Bordcomputer, dessen Funktionen (Telefon, Navigationshilfe, Radio) über die Sprache gesteuert werden. Doch auch Mercedes, mit der Option Linguatronic, BMW und Jaguar setzen heute diese Technologie ein und bei Jaguar gehorcht sogar die Klimaanlage aufs Wort. Dabei ist diese Technologie an sich nichts Neues. Zahlreiche Handys sind heute in der Lage, die Nummer eines Gesprächspartners zu wählen, wenn man nur dessen Namen ausspricht. Diese Funktion wird, aus Gründen der Sicherheit, auch bei allen Freisprechanlagen im Auto eingesetzt. Die wirkliche technische Neuerung besteht vielmehr darin, die Spracherkennung auf den Automobilbereich anzuwenden, der aufgrund der Fahrgeräusche und Vibrationen besondere Probleme aufwirft.



© Alle Rechte geschützt
Spracherkennung wird von bestimmten Herstellern als Sonderausstattung angeboten.

Noch bleibt einiges zu tun...

Die Ergebnisse sind bisher noch alles andere als überzeugend. Zwar wurden wesentliche Fortschritte realisiert und die Systeme sind heute in der Lage, mehrere Sprachen zu verstehen (Englisch, auch mit amerikanischem oder schottischen Akzent, Deutsch, Französisch, Spanisch und Italienisch), doch muss gesagt werden, dass es mit der Spracherkennung praktisch nur jedes zweite Mal klappt. Es ist eben nicht leicht, gesprochene Sprache wiederzugeben... Wie dem auch sei sind sich die Experten darüber einig, dass die Technologie bis 2005 ausgereift sein dürfte und dass die Sprache immer noch der beste Weg ist, die immer zahlreicheren Bordfunktionen der Fahrzeuge zu steuern. Mit Hilfe der Sprache wird außerdem schon morgen der Bordcomputer die E-Mails vorlesen können, die im Laufe der Fahrt erhalten werden.



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Freisprechanlagen funktionieren mit Spracherkennung, um eine größere Sicherheit am Steuer zu gewährleisten. Die Nummern müssen so nicht mehr per Hand getippt werden

Eine bequemere Navigation

Besonders sinnvoll ist die Spracherkennung bei der Telematik. Anstatt den Bestimmungsort per Hand in das Navigationssystem einzugeben, braucht man diesen nur noch auszusprechen. Manche Hersteller, darunter Pioneer, haben diese Funktion bereits integriert. Auch die Herausgeber von digitalen Karten folgen diesem Trend und entwickeln heute Datenbanken, bei denen die geographischen Punkte mit Namen verbunden sind. Darüber hinaus ermöglicht die Sprache, die Größe der Ausrüstungen erheblich zu verringern. In Großbritannien haben Motorola und Trafficmaster so zum Beispiel ein unsichtbares Navigationssystem entwickelt, das nicht nur auf Sprache reagiert, sondern seinerseits die Richtungsangaben über die Sprache wiedergibt. Die Spracherkennung öffnet ungekannte Horizonte, was jedoch nicht heißt, dass man morgen mit Sprache alles machen kann. Der Fahrer wird auch zukünftig und sicherlich noch für eine lange Zeit seine Hände und Füße benötigen...