Dort wo sich heute das Elbsandsteingebirge befindet, schwappten in der Kreidezeit vor hundert Millionen Jahren die Wellen eines Meeres. Das Meer wurde zu Stein, und die Elbe grub hier im Laufe der Jahrtausende ihre Schluchten hinein.
Heute mäandert die Elbe zwischen Tafelbergen und Felsnadeln friedlich dahin, ihre Nebenflüsse sprudeln kristallklar in canyonartigen Tälern. Keine Frage: Das Elbsandsteingebirge hat sich eine eindrucksvolle Urnatur bewahrt – eine romantische Landschaft, die ihresgleichen sucht.
Eidgenössische Maler gaben der Sächsischen Schweiz ihren Namen
Wen wundert es also, dass es Künstler waren, die die Schönheit des Elbsandsteingebirges erkannten? Unter den ersten Malern, die sich in die einst verrufene Felswelt wagten, waren 1764 die Eidgenossen Adrian Zingg und Anton Graff. Sie erkannten die bizarren Formen und Stimmungen ihrer Heimat wieder – und gaben dem Elbsandsteingebirge seinen zweiten Namen: Sächsische Schweiz. Das Gebiet, das zum Nationalpark erklärt wurde, erstreckt sich rechts der Elbe vom Städtchen Pirna bis zur tschechischen Grenze.
© Frank Richter/Tourismusverband Sächsiche SchweizÜber 1.000 freistehende Sandsteinfelsen mit 15.000 Kletterrouten
Das Klettern gehört zur Sächsischen Schweiz wie die Elbe – wenn auch erst seit etwa 140 Jahren. Über 1.000 freistehende Sandsteinfelsen bieten rund 15.000 Kletterrouten in allen Kategorien von I bis XII (sächsische Skala). Wichtige Klettergebiete sind beispielsweise das Bielatal, das Rathener oder das Schmilkaer Gebiet.
Als Geburtsstunde des Sächsischen Klettersports gilt das Jahr 1864, als fünf Turnsportler den Falkenstein bezwangen. Jedoch benutzen diese Kletterer für den Gipfelsturm noch Baumstämme und Leitern – Hilfen, die später verpönt waren. Erst zehn Jahre später (1874) wurde der Mönch im Rathener Gebiet durch zwei Sportler ohne Hilfsmittel erklettert: Das Freiklettern war erfunden! „Free climbing“ bedeutet, sich nur mit Technik und aus eigener Kraft in die Höhe zu arbeiten, das Seil dient lediglich der Sicherung.
Seit 1910 gehört der „Verzicht auf künstliche Hilfsmittel zur Überwindung der Schwerkraft“ zu den offiziellen Sächsischen Kletterregeln. Jeder Klettersportler muss diese beachten. So sind zum Schutz des weichen Sandsteins beispielsweise metallene Sicherungsmittel (Klemmkeile usw.) verboten, es werden traditionell Knotenschlingen verwendet.
Warum kaum jemand weiß, dass die Sächsische Schweiz das Geburtsland des "free climbing" ist? Weil das "freie" Klettern von hier aus nach Amerika exportiert wurde, und erst von dort in den verschiedenen Spielarten des Sportkletterns nach Europa zurückkam…
1.200 Wanderwege und traumhafte Ausflugsziele
Wer festen Boden unter den Füßen bevorzugt, den erwarten in der Sächsischen Schweiz über 1.200 km Wanderwege verschiedener Schwierigkeitsgrade (450 km davon sind markiert) und jede Menge Radtouren. Wer die schönsten Fleckchen auf keinen Fall verpassen möchte, folgt dem berühmten Malerweg.
Hier entdeckt man so manche Felsform und Stimmung wieder, die man von Bildern kennt, welche Kunstgeschichte geschrieben haben. Weltberühmt ist das Gemälde Caspar David Friedrichs „Der Wanderer über dem Nebelmeer“.
Beliebte Ausflugsziele in der Sächsischen Schweiz sind die Bastei, die Festung Königstein und viele andere Burgen und Schlösser der Region. Ein Muss: die Bootsfahrt auf der Oberen Schleuse bei Hinterhermsdorf. Dresden ist keine Autostunde entfernt, bis Prag fährt man gut zwei Stunden. Radebeul, Meißen oder Dießbar-Seußlitz warten an der Sächsischen Weinstraße, die in Pirna beginnt.