
Siegerehrung der Olympioniken
© Verband der Köche Deutschland VKDAlle vier Jahre dasselbe Bild: Koch-Olympiade in Erfurt. Acht gläserne Küchen und unzählige, festlich gedeckte Tafeln machen aus der Messehalle ein Restaurant der Superlative. Wenn die IKA/Olympiade der Köche ruft, kochen die Besten ihrer Zunft aus mehr als 50 Ländern auf.
Die Internationale Kochkunstausstellung – IKA – ist ein Weltereignis mit langer Tradition. Seit dem Jahr 1900 messen sich regelmäßig Hunderte von Köchinnen und Köche im internationalen Vergleich. Die Kocholympiade auf deutschem Boden gilt als größtes Kochereignis der Welt – und als wichtiger Trendsetter. Was hier auf Tellern und Platten gezeigt wird, beeinflusst früher oder später Köche in den führenden Restaurants weltweit.
Rund 1.600 Köchinnen, Köche und Patissiers werden im Oktober zur Mega-Kochshow in Erfurt erwartet. Es sind die besten ihrer Länder, qualifiziert in regionalen Ausscheidungen und aufgefallen durch herausragende Leistungen. Wie ihre Kollegen aus dem Sport kämpfen auch die Meister der weißen Zunft um Siege und Medaillen in Gold, Silber und Bronze, mit denen sie ihre Berufsbiografien schmücken können.
Mit dabei sind große europäische Kochnationen wie die Schweiz (Weltmeister 2007), Frankreich und Deutschland, aber auch solche mit Überraschungspotenzial. Mexiko etwa, Island oder die Bahamas. Titelverteidiger sind die Schweden, die im internationalen Köche-Olymp seit Jahren ganz oben stehen. Bereits in den Jahren 2000 und 2004 holten die Skandinavier den Sieg beim Teamkochen der Nationalmannschaften. Dieser Wettbewerb ist die Königsdisziplin der Köche-Olympiade: Gefordert sind die hohe Kunst der kalten Küche und das Zubereiten eines Drei-Gang-Menüs für 110 Personen.

Deutsches Jugendnationalteam
© Verband der Köche Deutschland VKDAuf Sieg und für Medaillen kochen aber auch andere. Denn die Olympiade der Köche kennt viele Disziplinen – für Mannschaften und Einzelstarter gleichermaßen. Der gastgebende Verband der Köche Deutschlands schickt traditionell gleich mehrere Teams ins Rennen: Während das Militärnationalteam antritt, um seinen Olympiasieg von 2004 zu verteidigen, möchten die deutschen Junioren gern ihren vierten Platz und die Senioren Platz 6 in ihrer olympischen Koch-Statistik verbessern. Die Nationalmannschaft der Gemeinschaftsverpflegung reist gar als amtierender Vize-Olympiasieger an.
Besucher sitzen bei der Olympiade der Köche in Erfurt in der ersten Reihe. Sie können im Restaurant der Nationen Platz nehmen. Insgesamt werden dort jeden Tag 880 Spitzenmenüs serviert, gekocht von Spitzenteams aus acht Nationen, täglich wechselnd. Je nach Gusto und Interesse können Gäste die Slowakei „er-essen“, die USA probieren oder Hongkong testen. Appetit und Anregungen holen sich die Besucher auch beim direkten Blick in die verglasten Schauküchen. Dort können sie den Meistern der Töpfe und Pfannen auf die Finger schauen und die Entstehung der raffiniertesten Kreationen beobachten.
Die kulinarische Olympia-Reise nach Thüringen ist ein einmaliges Erlebnis für Profis, Hobbyköche und Genießer. Die Eintrittskarte ist das Ticket für eine Schlemmerreise rund um den Globus – von Australien bis Zypern. Zum Auftakt des Mega-Events treffen sich die kochenden Konkurrenten übrigens beim Einmarsch der Nationen. Ganz in Weiß, versteht sich.