© C. Morel / ViaMichelin
Die Befestigungsmauern vonProvins zählen zu den imposantesten mittelalterlichen Verteidigungsanlagen in ganz Frankreich. Von der 5 km langen Stadtmauer des 13. Jh. sind nur noch 1200 m erhalten, aber sie vermitteln dennoch einen guten Eindruck von der damaligen Militärarchitektur, die dazu bestimmt war, die Bürger und Händler sowie deren Reichtum zu schützen. Nehmen Sie sich die Zeit zu einem Gang entlang der Mauern, um die Formenvielfalt der runden, recheckigen, achteckigen, mandelförmigen und sechseckigen Türme ausgiebig zu bewundern.
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Das Stadttor Porte Saint-Jean wurde zwischen 1250 und 1270 errichtet und 2007 restauriert. Links und rechts befinden sich zwei Wachstuben, die durch einen Tunnel miteinander verbunden waren. Das Tor, das die die Oberstadt durchquerende Straße Chemin de Paris schützte, konnte durch eine Zugbrücke geschlossen werden.
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Die Grange aux dîmes, ein von außen sehr imposantes Gebäude, diente in der Zeit der großen mittelalterlichen Märkte der Region Champagne als Markthalle. Sie besteht aus drei Etagen: im unteren Saal wurden die Waren gelagert, im Erdgeschoss wurde gehandelt und darüber befanden sich Wohnräume. Ab dem 15. Jh. nutzte man den Bau als Zehntscheune (frz. Grange aux dîmes). Eindrucksvolles Kreuzrippengewölbe, das auf Kapitelldeckplatten mit floralen Motiven ruht.
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Grange aux dîmes
Das Innere beherbergt eine sehr gelungene Ausstellung zum Thema der großen mittelalterlichen Märkte. Gezeigt werden Nachstellungen von Markt- und Zunftszenen, die perfekt in das Dekor integriert sind. Am Eingang steht ein Audioführer zur Verfügung.
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Die große rechteckige Place du Châtel mitten im Herzen der Oberstadt wird von mittelalterlichen Wohnhäusern gesäumt. In der Mitte des Platzes steht ein Kreuz (genannt „Croix des Changes“), an das die Grafen der Champagne ihre Edikte anschlugen. Hier befinden sich heute auch die meisten Cafés und Restaurants.
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Zögern Sie nicht, die Hauptstraßen, die die wichtigsten Bauwerke untereinander verbinden, zu verlassen und in das Gewirr kleiner Gassen vorzudringen, die durch viele interessante Gebäude und ihren mittelalterlichen Charme bestechen.
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Die Tour César ist das Wahrzeichen von Provins. Der Name des Turms beruht auf einem Irrtum. Tatsächlich ging man bis ins 18. Jh. davon aus, das Bauwerk stamme aus der Römerzeit. In Wirklichkeit aber wurde der massive Donjon auf einem das Tal überragenden Felsen zwischen 1151 und 1181 errichtet. Er ist 44 m hoch und besitzt einen quadratischen Grundriss, der auf halber Höhe zu einem Achteck wird, das von vier kleineren Türmen flankiert wird. Während des Hundertjährigen Krieges erweiterten die Engländer den Turm an der Basis um eine runde Struktur, um ihre Artillerie unterzubringen. Noch heute nennt man dieses Teil des Baus „Pâté des Anglais"!
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Tour César
Vom Wehrgang, der den Turm umgibt, hat man eine wunderbare Aussicht auf die Stadt und die Landschaft der Brie-Region.
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Kollegiatskirche Saint-Quiriace
Der Bau des großzügig bemessenen Ensembles aus Chor und Kapellenkranz wurde im Auftrag des Grafen Heinrich dem Liberalen im 12. Jh. in kürzester Zeit fertig gestellt. Nach dem Tod des Grafen kamen nur noch ein Querhaus und ein Joch hinzu, das Ansatz geblieben ist. Im 17. Jh. wurde das Gewölbe der Vierung nach einem Brand durch eine Kuppel ersetzt.
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Kollegiatskirche Saint-Quiriace
Ein einzigartiges Beispiel für einen quadratischen Chorumgangs um einen halbkreisförmigen Chor.
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Die Roseraie de Provins, im vergangenen Frühjahr dank der Initiative eines rosenbegeisterten Ehepaars aus der Stadt neu eröffnet, ist ein perfekt gepflegter, schön gestalteter 3 ha großer Garten. 240 Rosensorten sind hier vertreten, darunter die berühmte Damas-Rose, die Thibaud IV de Champagne von einem Kreuzzug mitbrachte. Eine Oase der Ruhe, ideal für eine kleine Pause zwischen zwei Besichtigungen.
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Hier befindet sich auch ein wunderschöner Teesalon mit einer köstlichen Auswahl an Eis und Sorbet (eines davon mit subtilem Rosengeschmack).
© OTSI Provins, photo JM Anglès
Der Untergrund der Stadt Provins ist von einem außergewöhnlichem Netz mittelalterlicherTunnel durchzogen. Ursprünglich lieferten diese die Walkerde, die zum Reinigen von Wolle verwendet wurde. Später dann dienten sie als Versteck, Keller und Versammlungsort von Geheimbünden. Graffiti zeugen von der Präsenz der Compagnons und Freimauer. Ein Teil dieser Tunnel unter dem Hôtel-Dieu und der Rue Saint-Thibault kann besichtigt werden.
© Equestrio
Die aufwendig gestalteten mittelalterlichen Aufführungen von Provins sind bei Touristen sehr beliebt. „La légende des Chevaliers“ (Die Legende der Ritter) ist die Inszenierung eines Ritterepos vor der Kulisse der Befestigungsmauern, mit Schauspielern in mittelalterlichen Kostümen, Stuntmännern und Pferden.
© Vol Libre
„Aigles des remparts“ (Adler der Festungsmauern) ist eine in Europa einzigartige Darbietung berittener Falknerei. Adler, Bussarde, Falken, Eulen und Geier vollführen unter den staunenden Augen der Zuschauer einen eindrucksvollen Tanz in den Lüften. Die Vorführung findet in der Nähe der Porte de Jouy statt.
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Die Porte de Jouy, nach der Porte Saint-Jean das wichtigste Stadttor, stammt aus dem 13. Jh. und wurde vor kurzem restauriert. Überragt wird das Tor von einem kleinen Glockenturm, von dem aus man die Umgebung überwachen und bei bevorstehenden feindlichen Angriffen Alarm schlagen konnte.
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Als Abschluss des Besuchs kann man bei der Porte de Jouy den Wehrgang der Festungsmauer besteigen und von dort aus einen letzten Blick von oben auf die Stadt werfen.