Das berühmte Bier der Mönche
Belgien, Westvleteren
01-09-2008

Von Myra Prinsen
Die Biere der belgischen Abtei St. Sixtus erfreuen sich eines so hohen Rufes, dass Bierfans aus dem In- und Ausland nicht zögern, oftmals weite Strecken zurückzulegen, um ein paar Kisten in ihren Besitz zu bringen. In der Tat bekommt man dieses Bier, das im Handel nicht vertrieben wird, nur direkt bei der Abtei, und nur mit Termin.


© Jan Huisman

Westvleteren Abt 12: das beste Bier der Welt

Die Mönche der Abtei St. Sixtus brauen drei verschiedene Biere: Blond (5,8 %), Acht (8 %) und Twaalf (10,2 %). Alle drei sind sehr beliebt, aber das Beste ist sicher das Twaalf (auch bekannt unter der Bezeichnung Abt 12). Dieser Ansicht jedenfalls sind Tausende von Bierfans aus 60 Ländern, die jedes Jahr auf der Website www.ratebeer.com zehntausende Biersorten aus der ganzen Welt bewerten. Seit 2002 belegt Westvleteren Twaalf dort einen der beiden Spitzenplätze.
 
Angesichts eines solchen Erfolgs würde jeder normale Unternehmer sich die Hände reiben und ernsthaft die Produktion antreiben. Doch die Abtei St. Sixtus ist nun einmal kein normales Unternehmen, sondern ein Kloster, in dem die Mönche Bier brauen, um davon zu leben, mehr nicht. Die Produktion ist also begrenzt und das Bier aus Westvleteren ist nicht nur das hochgeschätzteste Trappistenbier der Welt, sondern gleichzeitig auch das seltenste.


© Jan Huisman

Das „Biertelefon“

Der internationale Erfolg führte in den letzten Jahren dazu, dass auf den kleinen Landstraßen, die zur Abteil führen, ständig Stau war. Um Abhilfe zu schaffen, wurde vor zwei Jahren eine neue Regel eingeführt: Verkauft wird nunmehr nur noch nach Anmeldung und nur an Privatkunden, die sich verpflichten, das Bier nicht weiterzuverkaufen. Die maximale Menge beträgt zwei Kisten pro Auto. Doch trotz all dieser Einschränkungen ist die Schlange vor dem Tor oft lang.
 
Auch um einen Termin zu bekommen, muss man Geduld haben, denn der Bierverkauf erfolgt nur zu bestimmten Zeiten und richtet sich nach den Vorräten der jeweiligen Biersorten. Die verfügbaren Mengen kann man auf einem Anrufbeantworter oder auf der Website der Abtei in Erfahrung bringen. Interessierte Kunden können dann zu bestimmten Zeiten das „Biertelefon“ anrufen. Wenn das Bier noch nicht ausverkauft ist, kann schließlich ein Termin vereinbart werden. Die Autonummer wird notiert und der gleiche Wagen ist nur einmal im Monat zum Bierkauf zugelassen.
 
Wem es nicht gelingt, die Mönche zu kontaktieren oder wem dieses System ganz einfach zu kompliziert ist, dem bleibt die Möglichkeit, im Begegnungszentrum „In de Vrede“ in unmittelbarer Nachbarschaft der Abtei ein echtes Westvleteren zu kosten. Das „In de Vrede“ ist in der Tat das einzige Café der Welt, in dem dieses Bier serviert wird. Die Mönche verkaufen auch Geschenkpacks mit vier Flaschen und einem Trappistenglas. Hinter dem Cafe haben sie ein Informationszentrum zum Kloster und der Brauerei eingerichtet, das „Claustrum“.


© Myra Prinsen

Ein Leben in Stille und Abgeschiedenheit

Im Claustrum erfährt man, dass sich die Trappisten 1831 in Westvleteren niedergelassen haben. Ein paar Jahre später erwarben sie eine alte Brauerei und seit 1839 besitzt die Abtei St. Sixtus eine offizielle Braulizenz. Derzeit leben 23 Mönche in der Abtei. Sie brauen Bier, um ihren Unterhalt sicherzustellen. Überschüssige Einnahmen werden an karitative Einrichtungen in Belgien sowie an Missionare im Ausland verteilt.
 
Den Mönchen ist viel daran gelegen, ihre Ruhe und Abgeschiedenheit zu wahren, denn schließlich haben sich einem Leben in Stille und Meditation verschrieben. Das Kloster ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich und eine Mauer schützt es vor den neugierigen Blicken der Passanten. Das einzige, was man über die Mauer erkennt, ist die alte Kirche mit ihrem kleinen grünen Türmchen.
 
Besichtigen kann man dagegen die dem Kloster gehörende Nachbildung der Grotte von Lourdes, die die Mönche 1921 errichteten, um der Mutter Gottes Dank dafür zu zollen, dass sie die Abtei und deren Bewohner im Ersten Weltkrieg beschützt hatte. Man erreicht die Lourdes-Grotte über einen Weg entlang der Klostermauern.
 
Am Kloster beginnt auch ein 7,1 km Wanderweg durch Wälder und Parks, entlang an Holzzäunen und baumbewachsenen Wällen und über Felder und Wiesen.

Hopfen in Belgien

Westvleteren liegt im Westen Belgiens nahe der französischen Grenze. In dieser ländlichen Region wird schon seit dem Mittelalter Hopfen angebaut. Ein idealer Ort also, um dort eine Brauerei zu gründen. Die Mönche der Abtei St. Sixtus verwenden übrigens noch heute Hopfen aus lokaler Produktion.
 
Das Anbauzentrum für Hopfen liegt 10 km entfernt, bei der Ortschaft Poperinge. Dort kann man das Hopfenmuseum besichtigen, mit dem Fahrrad die 43 km lange „Hoppeland“ (Hopfenland)-Route erkunden, von den Hopfenpflanzern organisierte Führungen mitmachen und an dem alle drei Jahre stattfindenden Hopfenfest teilnehmen (in diesem Jahr 2008 ist es wieder soweit, vom 19.-21. September).

Praktische Hinweise

Abtei St. Sixtus / Begegnungszentrum In de Vrede
Donkerstraat 12
8640 Westvleteren
Tel.: +32 (0)70 210045
 
Fremdenverkehrsbüro
Grote Markt 1
8970 Poperinge
Tel.: +32 (0)57 346676
www.poperinge.be/toerisme
 
Hopfenmuseum
Gasthuisstraat 71
B-8970 Poperinge
Tel.: +32(0)57 337922  
 
Home
Laden in Bearbeitung...

Tourismus, Hotels & Restaurants

Tourismus

Geplant als dezentrales Projekt der Hannoveraner Expo 2000 entstand die Autostadt am Stammsitz des Volkswagen-Konzerns in Wolfsburg.
ihren zahlreichen Landschaftsbildern Das bietet Ihnen die Natur in Spanien mit

Weihnachtsangebote

Doppelzimmer mit Frühstück, ab
98 €/zim

Doppelzimmer Sparen Sie 20% bei einem Mindestaufenthalt von 3 Nächten, ab
44 €/ zim
Doppelzimmer inklusive Frühstück ab
250 €/ zim

Doppelzimmer, mit Vorauszahlung  und nicht zurückerstattbar, keine Stornierung erlaubt, ab
100 €/zim

Gastronomie

Jedes Jahr im Spätherbst schaut Deutschland gespannt auf die Veröffentlichung des neuen Michelin-Führers.
Der Pélardon ist ein AOC-Rohmilch-Ziegenkäse.
 
Spanien gehört zu den führenden Weinproduktionsländern der Welt. Das Prestige einiger spanischen Weine kennt keine Grenzen. Machen Sie sich auf, sie zu entdecken. Sie werden freudig überrascht sein!